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„Ich hatte Gänsehaut in Hagen“


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„Ich hatte Gänsehaut in Hagen“

„Ich hatte Gänsehaut in Hagen“

26.03.14
Bei Johannes Lischka von den Walter Tigers Tübingen wurde im November 2013 ein Tumor an der Hirnanhangdrüse diagnostiziert. Kurz darauf wurde er operiert, knapp einen Monat später stand er wieder auf dem Basketballfeld. Im Interview spricht der 26-Jährige über diese Zeit und wie er sich zurückgekämpft hat.

Lumani 10.7: Johannes, in den letzten Monaten ist viel passiert: Tumor-Diagnose, OP, Comeback, Rückzug, erneute Rückkehr. Wie geht es dir?

Johannes Lischka: Nach meinem ersten Comeback hatte ich mich zunächst zurückgezogen, weil es aus meiner Sicht keinen Sinn gemacht hat wegen des Gewichts – ich wog damals noch mehr als zehn Kilo zu viel. Ich konnte dem Team nicht viel helfen und habe auch nicht viel gespielt. Es war wichtig für mich, sich für eine gewisse Zeit zurückzuziehen.

In dieser Phase habe ich das Gesundheitsprogramm CellReset kennengelernt. Das hatte mir der Leo Niebuhr vorgeschlagen, und ich hatte es durchgezogen. Dadurch habe ich mehr als zehn Kilo in vier Wochen verloren. Dann war das Gewicht wieder an einem Punkt, an dem es wieder Sinn machte, ins Basketballtraining einzusteigen. Jetzt fühle ich mich körperlich wieder ziemlich fit.

Das Gewicht ist noch nicht ganz so, wie es einmal war, aber es wird spätestens im Sommer, wenn ich noch mehr trainieren kann, weiter fallen. Jetzt würde ich mir auch zutrauen, wieder mehr Minuten zu spielen und der Mannschaft damit zu helfen.

Wann hattest du festgestellt, dass bei dir körperlich etwas nicht mehr stimmte?

Es fing am Anfang der aktuellen Saison an. Ich habe gemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmte. Es traten verschiedene Symptome auf wie extreme Kopfschmerzen, schlechte Sicht, dass ich oft zur Toilette musste und extremen Durst hatte. Das war etwas, was ich von mir nicht kannte und vorher auch nie hatte. Wir hatten das mit dem Teamarzt und verschiedenen anderen Doktoren herauszufinden versucht – alle haben nichts gefunden. Ein Doc kam dann auf die Idee, mal ein MRT vom Kopf zu machen und dabei wurde dann der Tumor entdeckt. Natürlich war es ein Schock.

Zu dem Zeitpunkt habe ich mir gedacht: Okay, jetzt ist es halt so. Ich war dann froh, dass die OP schon drei Tage danach kam. Es wäre schlimmer gewesen, wenn man noch zwei Wochen auf die OP hätte warten müssen. Die drei Tage dazwischen waren aber schon echt schlimm. Und dann hatte ich es mir so ausgemalt: OP, Tumor raus, alles wieder gut. Damals wusste ich aber nicht, welche Konsequenzen und was für eine Bedeutung, vor allem mit den Hormonen, das Ganze mit sich tragen würde. Das konnte ich damals noch nicht wirklich abschätzen.

Wie ging es dann nach der Operation weiter?

Nach zweieinhalb Wochen hatte ich dann wieder in der Halle trainiert. Die Ärzte hatten mir gesagt: Wenn ich erstmal wieder normal trainiere, zweimal am Tag und mit der Mannschaft, dass dann das Gewicht runtergeht. Deshalb wollte ich so früh wie möglich wieder einsteigen, damit sich das alles wieder normalisiert, da ich mich natürlich auch nicht wohl gefühlt hatte in meinem Körper. Es waren mehr als 120 Kilogramm, die ich mit mir herumschleppte.

Nach einer Zeit habe ich dann gemerkt, dass es nicht funktioniert; das Gewicht wurde nicht weniger. Einen Monat lang hatte ich mittrainiert, drei Kurzeinsätze gehabt und es lief eigentlich ganz gut. Da war das Spiel in Ludwigsburg, in dem ich sechs Punkte und drei Rebounds gemacht habe in nicht einmal 15 Minuten.

Ich denke auch jetzt noch, dass ich damals zehn bis 15 Minuten pro Spiel hätte spielen und der Mannschaft etwas geben konnte. Es war klar, dass ich damals noch nicht wieder der alte war. Wenn ich die Chance vom Trainer erhalten hätte, mich wieder in meinen Rhythmus zu spielen, hätte ich dem Team trotzdem helfen können. Das wollte der Coach nicht, das hat er nicht gemacht. Deswegen habe ich mir dann gesagt: So macht es keinen Sinn. So helfe ich der Mannschaft nicht. So frustriert es mich nur. Ich ziehe hier einen Strich.

Daraufhin habe ich mich zurückgezogen, war eine Woche zu Hause in Gießen bei meinen Eltern. Dann hat mir der Leo Niebuhr das Programm CellReset vorgeschlagen. Er dachte, dass es mir sehr helfen könnte, erstmal Gewicht zu verlieren, aber auch wieder fitter und leistungsfähiger zu werden, mehr Energie zu haben und den Stoffwechsel, der bei mir ziemlich im Keller war, wieder anzuregen.

Ich hatte nach dem Training wirklich genauso gegessen wie vorher auch und normalerweise wäre es so gewesen, dass das Gewicht dann runtergegangen wäre. Es blieb aber oben, stieg sogar an. Und deswegen habe ich das CellReset-Programm ausprobiert. Damit habe ich über zehn Kilo abgenommen. Es hat mir einfach sehr geholfen, wieder in Form und zurückzukommen.

Was genau verbirgt sich hinter CellReset?

CellReset ist ein Gesundheits- und Stoffwechselprogramm. Das Ganze ist in zwei Phasen aufgeteilt. Der erste Teil dauert vier Wochen und in dieser Zeit werden quasi die Zellen in deinem Körper gesäubert (reset). Über die Jahre werden die Zellen durch schlechte Ernährung, alte Insuline und Schadstoffe verstopft. Dadurch gelangen die ganzen Nährstoffe, Sauerstoff und Glucose nicht mehr hinein und es lässt sich weniger Energie aufbauen usw.

Bei CellReset werden durch die angewandten Produkte und durch die Ernährungsumstellung – z.B. kein Salz und kein Zucker, aber viel Gemüse und Fleisch – die Zellen gereinigt. Das ist der Hauptansatzpunkt. Durch die Umstellung verliert man Kilos, der Stoffwechsel wird angeregt, der Cholesterinspiegel sinkt. Der Körper wird komplett entgiftet. Das eingelagerte Wasser – das war bei mir nach der OP ziemlich extrem – wird aus dem Körper gespült. Bei mir war es so, dass das Hormon Cortisol nach der OP chronisch niedrig war und mein Körper es kaum noch selbst herstellen konnte. Durch CellReset hat es sich regeneriert. Mittlerweile muss ich es gar nicht mehr einnehmen.

Welche Lehren hast du aus den vergangenen Monaten gezogen?

Auf viele Dinge kann man einfach keinen Einfluss nehmen. Ich konnte nichts dafür, dass ich einen Tumor hatte. Es bringt ja auch nichts, sich darüber Gedanken zu machen: Warum ich?; Wieso passiert mir sowas? Ich habe versucht, damit zurecht zu kommen und das Beste daraus zu machen. Das habe ich für mein Leben mitgenommen. Zum Beispiel kann ich auch nicht beeinflussen, ob der Trainer mich spielen lässt oder nicht. Ich kann nur beeinflussen, wie ich trainiere, wie ich mit meinem Körper umgehe, wie ich mich ernähre. Das mache ich und das ist das Wichtigste.

Wie hast du die Aktionen und Anteilnahmen im Netz und während der Auswärtsspiele wahrgenommen?

Das war echt super. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Als ich an dem Sonntag den Beitrag postete, dass am Montag die OP war, kam unfassbar viel Resonanz. Das hat mich echt beeindruckt. Als ich nach einem Monat in Hagen wieder auf dem Parkett stand und die Hagener Fans meinen Namen gerufen haben, hatte ich Gänsehaut. Das war ein tolles Gefühl und ich war echt gerührt.

Wie sieht jetzt dein Alltag aus?

Es ist wieder der ganz normale Trainingsalltag, also zweimal am Tag Training, dazwischen Pause, Physiotherapie. Hinzugekommen ist, dass ich nun Menschen CellReset empfehle und sie berate, weil ich denke, dass es vielen helfen kann, z.B. auch bei Krankheiten. Aber ich habe es auch schon verschiedenen Sportlern oder Kollegen angeboten, die das dann auch mal machen werden.

Abschließende Frage: Ist die Tübinger Talfahrt in dieser Saison noch zu stoppen?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir das schaffen, ist extrem gering. Wir haben aus 26 Spielen fünf Mal gewonnen und jetzt müssen wir in den nächsten Wochen noch fünf, sechs Spiele gewinnen. Das kann man sich ja ausrechnen. Aber wir müssen einfach mal anfangen.

Bei uns liegt es nicht an der Qualität der Spieler – von der Qualität her würden wir nicht ganz unten stehen. Wir haben es in den letzten Spielen einfach nicht geschafft, im letzten Viertel dagegen zu halten. Das war meist der Knackpunkt. Wir haben meist drei bis dreieinhalb Viertel gut gespielt und wenn es dann ans Eingemachte ging, klappte nichts mehr. Wenn wir das ändern, können wir noch einige Spiele gewinnen.

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